Die AG-Wahl kommt jedes Halbjahr oder Schuljahr wieder, und fast immer ist es dasselbe: Einige AGs sind heillos überbucht, andere bleiben halb leer, und am Ende sitzt jemand stundenlang über Wahlzetteln und Listen. Mit einem klaren Ablauf wird es deutlich entspannter, egal ob Sie mit Papier, einem Online-Formular oder einer Software arbeiten.
1. AG-Angebot sammeln
Am Anfang steht die Frage, welche AGs es geben wird. Fragen Sie das Kollegium drei bis vier Wochen vor der Wahl ab und lassen Sie sich für jede AG dieselben Angaben geben:
- Name und kurze Beschreibung: Was passiert in der AG, was sollte man mitbringen?
- Betreuung und Raum
- Plätze: Wie viele Schülerinnen und Schüler passen höchstens hinein?
- Zielgruppe: Ist die AG für alle offen oder nur für bestimmte Klassenstufen?
Die Beschreibung wird oft unterschätzt. Schüler wählen nach dem, was sie lesen. Eine AG „Technik“ ohne Beschreibung wird anders gewählt als „Robotik: Wir bauen und programmieren kleine Roboter, keine Vorkenntnisse nötig“.
2. Plätze prüfen
Bevor die Wahl startet, rechnen Sie einmal nach: Reichen die Plätze für alle? Zählen Sie dafür nicht nur alle Plätze zusammen, sondern auch getrennt nach Stufen. Ist eine AG nur für die Stufen 7 bis 10 offen, helfen ihre Plätze den 5. Klassen nicht.
Planen Sie etwas mehr Plätze ein, als Schüler wählen, damit auch nach der Verteilung noch Spielraum bleibt. Ein Puffer von 10 bis 20 Prozent hat sich bewährt. Und jede Stufe sollte mindestens so viele AGs zur Auswahl haben, wie Wünsche abgegeben werden.
3. Wahlverfahren festlegen
Es gibt zwei gängige Verfahren, und die Entscheidung hat großen Einfluss auf Aufwand und Zufriedenheit:
| Direkte Wahl | Wahl mit Wünschen | |
|---|---|---|
| Ablauf | Jede Person wählt eine AG und hat den Platz sofort, bis die AG voll ist. | Jede Person gibt mehrere Wünsche in einer Reihenfolge ab, danach wird verteilt. |
| Vorteil | Kein Verteilen nötig, Ergebnis sofort klar. | Alle haben die gleiche Chance, egal wann sie wählen. |
| Nachteil | Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Beliebte AGs sind in Minuten voll. | Die Verteilung kostet Zeit, wenn sie per Hand gemacht wird. |
| Passt, wenn | es genug Plätze gibt und wenige AGs überbucht sind. | einzelne AGs deutlich beliebter sind als andere. |
Bei der Wahl mit Wünschen haben sich drei Wünsche bewährt. Mit nur einem Wunsch gibt es nichts zu verteilen, mit fünf Wünschen wird die Wahl für jüngere Schüler unübersichtlich. Drei Wünsche geben genug Spielraum, um fast allen eine ihrer oberen Wahlen zu geben.
4. Schüler und Eltern informieren
Die meisten Beschwerden nach einer AG-Wahl entstehen nicht durch das Ergebnis, sondern durch Überraschung. Sagen Sie deshalb vorher klar, wie gewählt und wie verteilt wird. Dazu gehören:
- der Wahlzeitraum und wo die Beschreibungen der AGs zu finden sind,
- wie viele Wünsche abgegeben werden und dass nicht alle ihren Erstwunsch bekommen können,
- nach welcher Regel verteilt wird und was mit Nichtwählern passiert,
- ob und bis wann ein Wechsel nach der Verteilung möglich ist.
Vorlage für den Elternbrief
Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,
vom [Datum] bis zum [Datum] findet die AG-Wahl für das [Halbjahr/Schuljahr] statt. Alle Schülerinnen und Schüler geben dabei drei Wünsche in einer Reihenfolge ab. Die Beschreibungen aller AGs finden Sie [Ort/Link].
Weil einige AGs nur wenige Plätze haben, können nicht alle ihren Erstwunsch bekommen. Nach dem Ende der Wahl werden alle so verteilt, dass möglichst viele einen ihrer oberen Wünsche erhalten. Der Zeitpunkt der Abgabe spielt dabei keine Rolle. Wer nicht wählt, wird [auf freie Plätze verteilt/nicht berücksichtigt].
Die Ergebnisse geben wir am [Datum] bekannt. Ein Wechsel ist bis zum [Datum] nur in AGs mit freien Plätzen möglich.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
5. Wahlzeitraum begleiten
Ein Zeitraum von etwa einer Woche hat sich bewährt. Kürzer heißt, dass Kranke und Vergessliche fehlen. Länger heißt, dass die Wahl aus dem Blick gerät. Hilfreich sind:
- eine Erinnerung zwei Tage vor Schluss, etwa über die Klassenleitungen,
- ein Blick auf die Beteiligung je Klasse, damit Sie gezielt nachhaken können,
- eine feste Regel für Nachzügler, die Sie vorher angekündigt haben.
6. Zuteilen
Jetzt kommt der aufwendigste Teil. Per Hand läuft es meist so: Zuerst bekommen alle ihren Erstwunsch, solange Plätze frei sind. Ist eine AG überbucht, wird gelost oder nach Klassenstufe entschieden. Wer leer ausgeht, rutscht zum Zweitwunsch, dann zum Drittwunsch.
Das funktioniert, hat aber zwei Schwächen. Es kostet bei mehreren hundert Schülern schnell einen ganzen Nachmittag. Und das Ergebnis hängt von Losglück und Reihenfolge ab: Wer beim Erstwunsch verliert, findet beim Zweitwunsch oft schon alles voll. Wie stark das ins Gewicht fällt, zeigt unser Rechenbeispiel im Artikel AG-Wahl mit Forms und Excel.
Eine Software kann alle Wünsche gleichzeitig betrachten und die Verteilung berechnen, bei der insgesamt am meisten Wünsche erfüllt werden. Was dabei als „fair“ gilt, ist übrigens eine Entscheidung, die Sie treffen sollten. Mehr dazu im Artikel Faire Zuteilung nach Erst-, Zweit- und Drittwunsch.
Gibt es Schüler, die aus pädagogischen Gründen in eine bestimmte AG müssen, tragen Sie diese vor dem Verteilen fest ein. Sonst verschieben sie hinterher das ganze Ergebnis.
7. Ergebnisse bekanntgeben
Zum Schluss brauchen zwei Gruppen ihre Listen: die AG-Leitungen eine Teilnehmerliste ihrer AG, am besten mit Platz für die Anwesenheit, und die Schüler ihre eigene Zuteilung. Planen Sie außerdem einen Weg für Wechselwünsche ein, zum Beispiel: Wechsel nur bis zu einem festen Datum und nur in AGs mit freien Plätzen. So bleibt das Ergebnis stabil, ohne starr zu sein.
Zeitplan auf einen Blick
| Wann | Was |
|---|---|
| 4 Wochen vorher | AG-Angebot beim Kollegium abfragen |
| 2 Wochen vorher | Plätze je Stufe prüfen, Wahlverfahren festlegen |
| 1 Woche vorher | Elternbrief verschicken, Beschreibungen veröffentlichen |
| Wahlwoche | Wahl durchführen, Beteiligung prüfen, erinnern |
| Direkt danach | Zuteilen, Ergebnis prüfen |
| Wenige Tage danach | Ergebnisse bekanntgeben, Teilnehmerlisten verteilen |
Die häufigsten Fehler
- Zu wenige Plätze in einer Stufe. Insgesamt reicht es, aber die 5. Klassen haben kaum Auswahl. Immer je Stufe nachrechnen.
- Fehlende Beschreibungen. Dann wird nach Namen und Freundeskreis gewählt.
- Dieselbe AG mehrfach gewählt. Auf Papier und in vielen Formularen kann man als Erst- und Zweitwunsch dieselbe AG ankreuzen.
- Keine Regel für Nichtwähler. Wer nicht wählt, braucht trotzdem einen Platz oder eine klare Ansage.
- Verteilregel nicht angekündigt. Wer die Regel vorher kennt, beschwert sich hinterher seltener.
- Kein Weg für Wechsel. Ohne feste Regel landen Wechselwünsche einzeln im Lehrerzimmer.
So hilft Schülerwahl
Schülerwahl.com bildet genau diesen Ablauf ab: Sie legen die AGs mit Plätzen an und sperren sie bei Bedarf für einzelne Klassen. Die Schülerliste importieren Sie aus Ihrer Schulverwaltung, die Zugangskarten mit QR-Code drucken Sie aus. Die Schüler wählen drei Wünsche am Handy oder Computer, und nach der Wahl verteilt Schülerwahl alle automatisch, wahlweise mit möglichst vielen Erstwünschen oder möglichst wenigen Drittwünschen. Schon beim Anlegen zeigt es, ob die Plätze je Stufe reichen. Teilnehmerlisten je AG und den Excel-Export gibt es mit einem Klick. Dasselbe funktioniert auch für Projektwochen.